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Ich wollte irgendetwas mit Chemie studierenLackingenieurwesen ist vielseitig![]() Nach meinem Abitur war mir klar, dass ich auf jeden Fall etwas mit Chemie studieren wollte. Allerdings war die Arbeitsmarktsituation für Universitäts-Chemiker zu der Zeit, als ich mich für ein Studienfach entscheiden musste, eher schlecht. Daher informierte ich mich über die Studienmöglichkeiten an der FHT Esslingen. Dabei stellte ich unter anderem fest, dass es in Deutschland nur drei Hochschulen gibt, die den Studiengang Lackingenieur anbieten. Die Jobaussichten mussten daher später eigentlich ganz gut sein. Nach einer Infoveranstaltung und einigen Gesprächen mit Studenten war dann endgültig klar, dass ich mich in Esslingen einschreiben würde. Zu Beginn meines Studiums ging es mir mehr darum, irgendetwas mit Chemie zu studieren, das Thema Lack war erst einmal gar nicht so wichtig. Heute bin ich sehr froh, dass ich auf diesem Weg „reingerutscht“ bin, da mir die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Lack sehr viel Spaß macht. Das hat bei mir auch mit der Faszination am Ungewissen zu tun. Obwohl man bei der Lackherstellung eigentlich weiß, was welcher Inhaltsstoff bewirkt, kann der fertige Lack aufgrund von Wechselwirkungen zwischen den Inhaltsstoffen dennoch ganz anders aussehen. ![]() Die Arbeit hat daher viel mit Ausprobieren und Tüfteln zu tun, wofür bei aller wissenschaftlichen Theorie auch ein ordentliches Maß an Kreativität erforderlich ist. Es ist also wichtig, dass wir im Studium viel Zeit im Labor verbringen. Hier in Esslingen besteht eine gute Balance zwischen Theorie und Praxis. Gut ein Drittel unserer Zeit entfällt auf die praktische Laborarbeit in sehr gut ausgestatteten Laboren wie Kunststoff- oder Lacklabor, Instrumentelle Analytik und Abwasseraufbereitung. Sehr angenehm ist auch die niedrige Studentenzahl hier in Esslingen. In meinem Semester war ich einer von nur 23, die das Studium begonnen haben. Sehr gut funktioniert auch die Zusammenarbeit mit den Unternehmen der Lackindustrie. Es stehen eigentlich immer genügend Plätze für Praktika, Praxissemester und Diplomarbeiten zur Verfügung. Nicht ganz so gut sieht es bei Stellen im Ausland aus, obwohl die Industrie viele Ingenieure mit Auslandserfahrung und guten Englischkenntnissen sucht. Ich habe mit sehr viel Glück ein Praktikum bei der BASF Corporation in Southfield, Michigan gefunden. Meine Kommilitonen hatten da zum Teil weniger Glück. Wenn ich mir ansehe, wie viele Stellenausschreibungen bei uns am Schwarzen Brett aushängen, sind die Berufsaussichten nach meinem Studium recht gut. Großen Spaß hätte ich daran, später in der Lackentwicklung zu arbeiten. | ||||
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